![Portrait Junge Gemeinde [froi]zeit 2.0, Nürtingen](../../hingehen/portraits/images/2011-08-03-froizeit.jpg)
„Stell dir vor, du kommst an einem Sonntagabend in einen schön dekorierten Raum voll lachender Menschen ins Ev. Jugendwerk Bezirk Nürtingen. Sie drängen sich um das reich gedeckte Buffet mit leckeren Sachen wie selbstgemachtem Nudelsalat, Cookies, Kräuterbaguette, Kuchen, Erdbeeren und Schokopudding. Stell dir weiter vor, diese Menschen singen zusammen, loben Gott, danken ihm und können vom Alltag abschalten. Dieselben Menschen lesen zusammen in der Bibel, führen spannende Gespräche über den Glauben und können ihre Erfahrungen, die sie mit Gott gemacht haben, austauschen. Stell dir vor, du hast am Schluss noch die Möglichkeit zu reden, zu lachen, zu singen, zu beten, Kicker zu spielen...einfach Spaß und Gemeinschaft zu haben!“
Beim Bring-n-Share kommt jedes Mal ein bunt gedeckter Tisch heraus: Von Fleischküchle bis Schokoküsse, Schokobrunnen oder Gemüseteller. Aber es funktioniert immer. Und die Tischgemeinschaft ist ein Mittelpunkt des Abends. Selbst im Fildorado ist diese Mahlgemeinschaft entstanden.
Die Idee hinter der Jungen Gemeinde [froi]zeit 2.0 war, Leuten ab 16 Jahren einmal im Monat einen Abend in Gemeinschaft bieten zu können, der ihnen gut tut, und für alle mit wenig Aufwand verbunden ist. Der Slogan ist: „Mit anderen etwas tun, was uns selber gut tut.“
Inspiration für die Kernelemente „Bibelwort, Gemeinschaft, Mahlgemeinschaft“ liefert Apostelgeschichte 2,42: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“
Am Konzept arbeitete für vier Monate eine Studentin der Hochschule Ludwigsburg mit und führte eine Umfrage durch: Was ist für Jugendliche wichtig nach dem Bezirksjugendgottesdienst „3zehn16“? Die Antworten der Jugendlichen führten auf die Elemente von Apostelgeschichte 2,42 zurück. Hinter dem Konzept steht auch der Dreischritt „In - Up - Out“. Anfang 2009 begannen die Planungen, Mitte 2009 ging es dann los.
Der Name „Junge Gemeinde [froi]zeit2.0“ ist Programm: Kein Stresstermin, sondern ein Freu-Termin, allerdings ist das Ziel nicht Konsumzeit, sondern Beteiligungszeit. Dafür steht das „2.0“: Share and Communicate ist das Ziel, analog zum „web 2.0“.
Als liturgische Form hat sich das „Brasilianische Gebet“ bewährt: Die Menschen stehen im Kreis und jeder hält die Person vor sich an den Schultern (wie bei einer Polonaise). Dann betet Jede und Jeder für den Menschen vor sich, alle gleichzeitig und laut.
Die Teilnehmerzahl ist nach Freizeiten immer etwas höher. In der Regel kommen 15-20 Personen, nach Freizeiten auch schon mal 35-40.
Ein Kernteam mit acht Mitgliedern bereitet die Junge Gemeinde [froi]zeit2.0 vor und verantwortet sie. Dieses Kernteam trifft sich monatlich, nimmt sich allerdings jedes Mal zunächst eine Stunde Zeit für einen Glaubenskurs L.E.B.E.N – Meine Reise zu einem jesusmäßigem Leben im Kernteam und bereitet danach die Junge Gemeinde froizeit 2.0 vor. Das Kernteam hält einmal im Quartal einen Gemeinschaftsabend ab, um gemeinsam etwas Zweckfreies zu tun (z.B. italienisch kochen und Wii auf Großleinwand spielen).
Ein Special war eine [froi]zeit im Erlebnisbad Fildorado. Da gab es Lobpreis in der Rutsche, Impuls und Gesprächsgruppen im Außenbecken und Brasilianisches Gebet im Wellenbad. Am Schluss gab es einen Sit-In im McDonalds mit einem Wortimpuls, bei dem der ganze Laden ruhig wurde.
Jetzt gerade ist das Kernteam in einem Prozess, in dem feste Elemente für die nächste Zeit entwickelt werden sollen. Die bisherigen Elemente (Talk, Bring-n-Share, Gebet, Interaktion, Lobpreis, Bibelwort) wurden bisher individuell vorbereitet. Durch feste Elemente soll der Aufwand weiter verringert werden können.
In der Teamarbeit hat sich die hohe Form von Beteiligung bewährt. Die jungen Menschen dürfen viel Verantwortung übernehmen und ausprobieren. Sie werden dabei begleitet und bekommen Feedback.
Der Raum im Bezirksjugendwerk hat den Vorteil, dass das übliche Material vorhanden ist. Allerdings muss jedes Mal auf- und abgebaut werden. Z.B. Gebetsstationen können nicht stehen bleiben.
Für die [froi]zeit sind Mittel im Haushalt des ejw eingestellt, und sie ist Teil des Dienstauftrages des Bezirksjugendreferenten ohne prozentuale Zuweisung. Wünschenswert wären 25%.
Die Kommunikation läuft fast nur noch über facebook. Dadurch werden Menschen, die nicht bei facebook sind, kaum erreicht. Dieses Social Network macht die Arbeit schnell und unkompliziert, insbesondere mit Jugendlichen, die selbst ihre Mails deutlich seltener abrufen, als sie in facebook sind. Das „Netzwerk Junge Gemeinde“ unterstützt die Arbeit.
Foto: [froi]zeit